Es sind tatsächlich die Affen, die uns sagen, daß die Neodarwinisten Unrecht haben

Hans-Joachim Zillmer, L'errore di Darwin Jedes Mal wenn die Theorie Darwins wieder aufgetischt wird, erreicht man das Gebiet der (Menschen) Affen. Die Umschlagseiten der Illustrierten überschäumen von schrecklichen Bildern von jenen, die der vulgäre Darwinist uns als Urahnen zugeschrieben hat, als Gegenstück zu Adam. Am Tisch der Evolution ist der Affe ein peinlicher Gast. Nicht weil er grunzt und mit Händen und Füßen ißt, sondern weil er wirklich unwahrscheinlich der vierhändige Vorfahr von uns Zweifüßern und Zweihändern ist. Die Affen (pongidi) haben sich im Verlauf der Evolution mit einer gekrümmten Wirbelsäule gezeigt, auf ihren Fingerknöcheln laufend, und es gibt heute keinen Wissenschaftler mehr, der dächte, daß jene seltsame Gangart die Vorstufe zur aufrechten Statur und dem Laufen auf zwei Füßen sei.

Die ältesten Fossile von Affen, in Wahrheit zwei Incisivi und ein Molar, sind auf ein Alter von einer halben Millionen Jahren datiert, während zweifüßige Fossile, oder ihre Abdrücke, aus der Tiefe von 4-5 Millionen Jahren herausragen, und vielleicht viel mehr. Dennoch, wer hat die vorgeschobene Spinnerei über unsere Vorfahren nicht gesehen, auch in neuen, scholastischen oder journalistischen Ausgaben, die mit einem Affen auf seinen Fingerknöcheln anfängt und mit sechs bis sieben Wesen (die unbenannt bleiben) fortfährt die sich nach und nach erheben bis sie das aufrechte Stadium eines weißen angelsächsischen Männchens erreichen?

Giuseppe Sermonti, Dimenticare Darwin Wenn ein Hintergrund umrissen wird, so lebt der Affe zwischen den Bäumen, während die Hominiden, immer aufrechter, in der Savanne umherschweifen. Jene drei Zähne des fossilen Affen sind, oh Weh, in einem Terrain gefallen, welches zu der Zeit eine trostlose Savanne war. Ohne die Fossile und ihre Zähne, die weder von Wörtern zeugen noch DNA enthalten, auszugraben und zu stören, reicht die ästhetische Gegenüberstellung um zu verlautbaren, daß der Mensch nicht vom Affen abgestammt sein kann. Von allen Primaten (und allen Säugern), ist es der Mensch der die eigensten Charakterzüge aufweist, im Stadium des Embryo und allgemein.

„Der Peter Pan der Primaten“, ist gerufen worden: „das Kind, welches nicht wachsen will.“ Alle Charakterzüge der Affen (um nicht von jenen der Säuger zu sprechen), sind ganz klar abgeleitet, spezialisiert, adaptiert und alt. Das aufrechte Rückgrat, der runde Schädel, der unten auf dem Rückgrat ruht, (die Hand als Lüfter?), der große Kopf machen aus dem Menschen das unveränderte und ursprüngliche Modell des Säugers, während das gebeugte Rückgrat, die verlängerte Hand, die vorgestreckte Schnauze und die prominenten Eckzähne der Affen allersamt abgeleitete und spezialisierte Eigenschaften sind. Wenn der Mensch und der Affe einen gemeinsamen Vorfahren haben, war jener entschiedenermaßen menschlich. Wie S. J. Gould sagt: “Er war ein Kind des Menschen.“ Die Molekularbiologen haben die DNA von Affen und Menschen verglichen (die sich weniger als 1 Prozent untereinander unterscheidet), und haben die DNA des gemeinsamen Vorfahren rekonstruiert.

Giuseppe Sermonti, Scienziati nella tempesta. Profeti e Professori. Sette «commedie da tavolo» Aus dieser Ähnlichkeit der DNA des modernen Menschen, resultiert daher der „Aufstieg“ von jenem über seine angenommenen Ahnen. Eine Fabel von T.W. White erzählt, daß Gott eines Tages eine Serie von Embryonen von Säugern schuf, die, wie man weiß, einander völlig geglichen hätten. Dort rief er von seinem Thron und fragte sie, welche Spezialisation sie sich für ihre erwachsene Form wünschen würden. Einer nach dem anderen suchten sie sich ihre Waffen, ihre Verteidigung und ihre Isolation aus. Schließlich näherten die menschlichen Embryonen sich dem Thron und sagten zu Gott: „Wenn ich meine Wahl machen kann, bliebe ich wie ich bin. Ich änderte keine der Teile die du mir gegeben hast. Mein ganzes Leben bliebe ich ein schutzloser Embryo.“ Und der Herr: „Gut gemacht! Jetzt, alle Embryonen zusammen, kommt mit eure Schnäbel und mit euren (Quisquilie) und bewundert Unseren ersten Menschen! Er ist der einzige der unser Rätsel gelöst hat. Von euch allen wirst du bis zum Begräbnis wie ein Embryo sein. Auf ewig ein Kind wirst du alle Möglichkeiten haben, von unserer Vorstellung und Ähnlichkeit, und du wirst jeden unserer Schmerzen erfahren und jede unserer Freuden probieren.“

Aber der Gedanke und das menschliche Wort, ist mir gesagt worden, sind sie nicht finale, endgültige Spezialisierungen? Und liegt es nicht in der Tugend des Menschen, daß er das am weitesten entwickelte Wesen ist, das Endergebnis der Evolution? Folgendes ist von Darwin geschrieben: „Am Ende war das Wort!“ Der Gedanke, der Geist und die Sprache sind für Darwin Produkte der Hirnmasse, Ergebnis der großen Entwicklung des Gehirns des Menschen, letzter Erfolg der natürlichen Selektion. Der Affe und der Menschenaffe reden nicht. Ende des Achtzehnten Jahrhunderts stellte sich Ernst Haeckel einen “Pitecantropus alalus” (Menschenaffe ohne Stimme) vor, der dem „Homo Stupidus“ voranging, der dumm war, und schließlich den „sapiens“, der wußte und redete. Die Darwinisten stellen sich so dem Prolog der Genesis entgeten: „Am Anfang war das Wort!“, vor dem Menschen, vor allem. Das Wort, der Geist (der Logos), hat die Welt geformt, die Tiere und den Menschen, in welchen sich als grundlegendes Prinzip, durch geäußerte Unterhaltung, ein Hauch der Ewigkeit erhält. Um die Evolution zu akzeptieren hat die Römische Kirche resolut die Philosophie des „Betrachtens des Geistes als Äußerung der Kraft der lebendigen Materie oder wie ein einfaches Phänomen dieser Materie“ (Johannes-Paul II, 1996) abgelehnt.

Giuseppe Sermonti, La scienza vestita di fiaba. Nove commedie per voci bianche e due indovinelli Und nun der Affe, hat er das Wort verloren? Erlaube mir eine Parabel: Yzur ist der Name eines belehrten Schimpansen der den Titel einer Erzählung von Leopoldo Lugones (1905) gibt. Der Besitzer versucht auf jede Art und Weise ihn zum reden zu bringen, aber „von einer verborgenen Bedeckung der versteinerten Tradition, erlegte die Rasse wirklich tausendjähriges Schweigen auf das Tier. (???)“ Er hatte gelesen daß die Eingeborenen von Java denken, daß die Affen nicht sprechen weil „sie nicht arbeiten würden“. Am Ende der Geschichte ist Yzur am sterben und der Besitzer steht ihm zur Seite. Mit seinem letzten Atem „fließen wie ein Murmeln (wie um den Ton einer Stimme zu beschreiben, die für zehntausend Jahrhunderte stumm geblieben ist) die Worte, die Menschheit mit seiner Spezies zu vereinigen: “Herr, Wasser! Herr, mein Herr!“

Auf dem Tisch des Wohnzimmers meiner sizilianischen Großmutter waren drei Affen aus Bronze auf einem Marmorständer, in den Posen „nicht reden“, „nicht sehen“ und „nicht hören“. Ich habe nie verstanden was sie darstellen sollten. Jetzt denke ich, daß jene seltsame Dreifaltigkeit die Position der eigenen Wörter und Sinne symbolisiert, die man hat, aber vorzieht nicht zu verwenden, weil man sie nicht beweisen kann.

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Sorge: Il Foglio, 4 November 2005.

Übersetzung von Lennard Bertram.

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Giuseppe Sermonti è Ordinario di Genetica all'Università di Perugia

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