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	<title>Centro Studi La Runa &#187; Arthur Moeller van den Bruck</title>
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	<description>Archivio di storia, tradizione, letteratura, filosofia</description>
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		<title>Bemerkungen über Dostojewski</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Jan 2000 19:15:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arthur Moeller van den Bruck</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Letterature scandinave e slave]]></category>
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		<description><![CDATA[Moeller Van Den Brucks Bemerkungen über Dostojewski]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://www.centrostudilaruna.it/moellerdostojewski.html' addthis:title='Bemerkungen über Dostojewski '  ><a class="addthis_button_facebook_like" fb:like:layout="button_count"></a><a class="addthis_button_tweet"></a><a class="addthis_counter addthis_pill_style"></a></div><img src="http://www.centrostudilaruna.it/category-icons/letteratura48x48.png" width="48" height="48" alt="" title="Letteratura" /><img src="http://www.centrostudilaruna.it/category-icons/rivoluzione-conservatrice.PNG" width="48" height="48" alt="" title="Rivoluzione conservatrice" /><br/><p style="text-align: justify;">Die russische Dichtung ist die Dichtung eines jungen Volkes. Nicht das Alter, sondern die Glut, die Unausgebranntheit der Seele entscheidet über die Jugend der Völker. Ursprünglich sind alle Völker gleich alt und gleich jung. Ein noch heute junges Volk aber, wie das russische, ist nach wie vor der Erde und dem Chaos nahe. Für seine Seele ist noch alles Rätsel und Geheimnis in der Welt und der Mensch selbst eine dunkle Sehnsucht nach Schauen und Erkennen. Die Mystik des russischen Volkes: die ist seine Jugend, die ist seine Primitivität, aber auch seine Kraft, und die Extase, mit der und in der es sich einst hinausringen wird über sich selbst &#8211; in dieser Mystik allein liegt seine Zukunft und Bestimmung. Die innere Kultur Rußlands wird immer nur eine religiöse, und, wenn man das Wort nicht scholastisch, sondern menschlich versteht, sogar nur eine theokratische sein können. Der Germane wird vorher die vielleicht größte äußere Kultur schaffen, die je die Erde gesehen: geistig ist er der geborene Ideenträger und oft noch kann er als Leibniz oder Kant wiederkehren. Aber geborene Glaubenskünder ist heute allein der Russe, und nur eine slavische Mutter könnte, wenn es bereits Abend geworden in der westlichen Menschheit und der Germane sich ausruht, aus der östlichen Welt noch einmal Buddha oder Jesus gebären. Im Schoße des Slaventums allein ruht als Möglichkeit die <a href="http://www.centrostudilaruna.it/religione.html">Religion</a>, die wir noch haben könnten: jene letzte, äußerste  <a href="http://www.centrostudilaruna.it/religione.html">Religion</a>, die in nichts mehr <a href="http://www.centrostudilaruna.it/simboli.html">Symbol</a>, die ganz nur Gefühl sein  würde. Werden wir sie in Wirklichkeit jemals bekommen? Wir  Germanen können es nicht wissen, wir können nur schaffen.  Einzig der Slave selbst kann heute schon diese <a href="http://www.centrostudilaruna.it/religione.html">Religion</a> ahnen  und glauben. Jedenfalls liegt alles, was im Slaventum geistig  geschaffen worden ist, auf dem Wege von seiner latenten  Volksmystik zu einer bereits geoffenbarten Weltreligion: vor  allem das Beste, was das Slaventum bis heute hervorgebracht  hat &#8211; die russische Dichtung.</p>
<p style="text-align: justify;"><a rel="nofollow" href="http://www.internetbookshop.it/ser/serdsp.asp?shop=2317&amp;isbn=8848802672"><img src="http://www.centrostudilaruna.it/immagini/filosofiakonservativerevolution.bmp" border="0" alt="Giuseppe A. Balistreri, Filosofia della Konservative Revolution: Arthur Moeller van den Bruck" align="right" /></a> In der Mitte der russischen Dichtung steht <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/fedor-dostoevskij" target="_blank">Dostojewski</a></span>. Wenn  die russische Dichtung das größte Russische ist, so ist  <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/fedor-dostoevskij" target="_blank">Dostojewski</a></span> der größte Russe. Er ist das zentrale Genie  Rußlands: Genie im allerhöchsten schöpferischen Sinne eines  Mannes, der nie vor ihm Dagewesenes aus dem Boden schlägt.  In <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/fedor-dostoevskij" target="_blank">Dostojewski</a></span> ist der russische Volkscharakter zum ersten Male  zur verkörperten Weltanschauung, zu Wort und Sprache und als  ganzes Lebenswerk zu einem einzigen großen Epos geworden.  Aehnliches ließe sich freilich auch von Tolstoi sagen, aber  Tolstoi ist neben <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/fedor-dostoevskij" target="_blank">Dostojewski</a></span> doch mehr der Ausdruck der  slavischen Ruhe, des stillen schweigenden, eben erst  aufhorchenden Landes, des schweren und noch stumpfen, aber  in seiner Stumpfheit urgesunden und Zukunft witternden  Bauerntums. <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/fedor-dostoevskij" target="_blank">Dostojewski</a></span> dagegen ist weit mehr, <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/fedor-dostoevskij" target="_blank">Dostojewski</a></span>  ist der Ausdruck des russischen Wahnsinns, der Tragödie im  Russentum, der Fleischwerdung all seiner mystischen  Verinnerlichung und hektischen Geladenheit. <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/fedor-dostoevskij" target="_blank">Dostojewski</a></span> hat  wie Tolstoi das Epos des russischen Lebens geschaffen, aber  er hat es weit großartiger getan: er hat dieses russische Leben  nicht nur ausgestattet mit einem unerhörten Gestaltenreichtum,  der ganz Rußland, der das ganze Slaventum in all seinen  verschiedenen Nationalitäten, Kasten und Typen, vom simplen  Muschik bis zum Petersburger Aristokraten, vom Nihilisten bis  zum Bureaukraten, vom Verbrecher bis zum Heiligen in tausend  Nuancen umgreift &#8211; <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/fedor-dostoevskij" target="_blank">Dostojewski</a></span> hat noch mehr getan und ihm  auch die Offenbarung einer bewußten russischen  Weltanschauung zu Grunde gelegt.</p>
<p style="text-align: justify;">Dostojewskis eigentliche Tat ist es, daß er Rußland eine  Mythologie gegeben &#8211; dem modernen Rußland eine moderne,  eine naturalistische, eine psychologische Mythologie,  herausgeholt nicht aus den Nebeln der Vorwelt, sondern aus  denen der Seele. Die Mythologie eines Volkes ist die  Verkörperung seines Urwesens in Urfiguren: in dieser Weise  mythologisch aber kann in jedem Augenblick in der Entwicklung  eines Volkes geschaffen werden &#8211; es kommt nur darauf an, daß  man ihm wirklich auf den Grund schafft und seine innerste  Wahrheit über sich selber aus ihm herausschöpft. Auch die  Götter entsprangen einstmals leibhaftig und gegenwärtig einem  Menschenauge, dem ersten, das sie in innerer Phantastik  erschaute, und sie lagen nicht etwa um ganze Schöpfungsringe  genetisch zurück, wie die Menschen dann später glaubten.  Trotzdem wird in der Regel die Mythologie eines Volkes an  seinem Anfang, an der Wende von seiner vorgeschichtlichen zu  seiner geschichtlichen Zeit liegen: sie ist das Erste, was es sich  schafft, und sie ist zugleich die Schicht, auf der es dann  weiterschafft. Fast alle großen Nationalliteraturen bauen sich  denn auch auf einer derartigen mythologischen Vorarbeit auf, die  einst schon die Ahnen in unbewußter Dichtung geschaffen  haben. Bei dem russischen Volke ist das nicht der Fall: es  besitzt nur die Geschichtsberichte seiner Chronisten und dann  wohl auch reiche Sagen und Märchenwelten, aber doch kein  zentrales Nationalepos im Sinne etwa der Ilias und der  Nibelungen, kein grandioses Panorama seiner Vorzeit, in dem  seine Ueberlieferungen und Sinnbilder, seine Nationalhelden  und Nationalstoffe zusammengegossen und  zusammengeschmolzen wären. Infolge dessen hat die  russische Dichtung, wenn man sie auf ihre Ursprünge hin  ansieht, immer etwas Basisloses, die Fundamente scheinen zu  fehlen, die einzelnen Dichter stehen disparat hinter- oder  nebeneinander. Das wurde dann erst von <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/fedor-dostoevskij" target="_blank">Dostojewski</a></span> ab  anders. Vor ihm hatte man sogar noch in romantischen Formen  den russischen Ton gesucht. Jetzt holte <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/fedor-dostoevskij" target="_blank">Dostojewski</a></span>, nach  Puschkins und Gogols Vorgang, all das jahrhundertelang  Versäumte nach, stellte breit und mächtig eine russische  Typologie auf und gab so, indem er das russische Leben in  seinem naturalistischen Nationalcharakter ergriff und  gleichzeitig bis auf seinen mystischen Untergrund aufdeckte,  auch der russischen Dichtung ein für alle Mal und endgültig  ihren Nationalcharakter. Wie französische Dichtung immer  skeptisch, deutsche Dichtung immer idealistisch ist, so wird  russische Dichtung immer naturalistisch-mystisch sein &#8211; oder  sie wird nicht russisch sein.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Grund der ganzen Erscheinung, warum sich das russische  Volk kein Nationalepos geschaffen, mag einmal in der überstark  partikularistischen, beständig dezentralisierenden  Rasseentwicklung gelegen haben: man bedenke nur, daß unter  einem Dutzend anderer Städte Nowgorod, Kieff, Moskau und  schließlich Petersburg die wechselnden, den Entwicklungsgang  kreuz und quer durcheinander, bald nach Norden, bald nach  Süden verschiebenden Entwicklungsmittelpunkte gewesen  sind; und zwar unter ganz anders großen Entfernungen und  tragischen Umständen, als wir sie etwa in Deutschland gehabt;  denn unsere Entwicklung ist gegen die russische gehalten eine  durchaus ruhige gewesen! Dann aber lag auch viel schuld vor  allem im russischen Nationalcharakter selbst, in der ganzen  Monotonie der slavischen Lebensstimmung. Der Russe träumt,  aber handelt nicht, sein Weltbild ist monistisch, nicht dualistisch,  das Sein ist für ihn Fatum, Verhängnis, nicht Wille und  Gegenwille, ist Gefühl, nicht Tat. Das alles konnte dann sehr  wohl im einzelnen Volkslied lyrisch ausströmen, aber niemals in  wilden Szenen und unter gewaltigen Kontrasten sich plastisch  zusammenballen. Gewiß weitet sich in der russischen  Wirklichkeit diese Lyrik unwillkürlich zum Epos, zum Epos der  Steppe, der Ferne und der Grenzenlosigkeit. Aber eben dieses  Epos ist dann so riesengroß  und ungeheuer, daß es alle  Tragödien wie Winzigkeiten verschlingt und daß schließlich  doch immer nur die Lyrik zurückbleibt. Dennoch ist auch für den  Slaven wie für jeden Menschen das Leben Kampf und damit  Drama: nur daß dieses Drama sich bei ihm weit kontemplativer,  quietistischer, eben psychologischer abspielt. Selbst wenn es  sich in rasenden und sogar gräßlichen Taten ausrollt &#8211; wie bei  <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/fedor-dostoevskij" target="_blank">Dostojewski</a></span> immer &#8211; , selbst dann ist noch der Hintergrund die  Seele, ist das Motiv ein inneres, kein äußeres, ist das  Heldentum verschwiegen und still nach innen gekehrt, und nicht  etwa die starke und über sich klare Heroik des Westeuropäers.  All diese Züge russischen Volkstums aber kehren im Schatten  Dostojewskis wieder: Tragödie jagt Tragödie, doch die ewige  Epik des Slaventums nimmt sie auf, und was schließlich am  tiefsten wirkt, ist die Lyrik. Die gigantische Einheit von allen  dreien ist Dostojewskis Monumentalität &#8211; und sie ist Rußlands  Monumentalität.</p>
<p style="text-align: justify;">In der Wirklichkeitsmythologie, die <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/fedor-dostoevskij" target="_blank">Dostojewski</a></span> geschaffen, ist  die Mystik das Bedeutsame für Rußland, doch die Wirklichkeit,  die besondere Art, in der <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/fedor-dostoevskij" target="_blank">Dostojewski</a></span> Wirklichkeit gegeben hat,  ist das Bedeutsame für die Welt. Dostojewskis  Nichts-als-Modernität ist Dostojewskis Größe. Unter den  Dichtern des neunzehnten Jahrhunderts gehört er zu den ganz  Wenigen, die nur Neues, die nur nach Vorne, nur in ständigem  unterirdischen Zusammenhang mit der allgemeinen  Zivilisationsentwicklung geschaffen haben. Für ihn gab es keine  Tradition mehr: nicht die &#8220;schöne&#8221; Tradition der Antike, noch die  &#8220;wilde&#8221; irgendeiner Romantik. Die einzige Basis, auf der sein  Werk ruht, ist seine Zeit. Es hätte die Möglichkeit bestanden, die  Typologie, die Rußland jetzt endlich bekommen sollte,  russisch-archaistisch aus den vergangenen Jahrhunderten  noch nachträglich heraufzuholen. <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/fedor-dostoevskij" target="_blank">Dostojewski</a></span> hat das nicht  getan: gerade so wie Rußland überhaupt in die Zukunft und  nicht in die Vergangenheit weist, so hat er auch das bis dahin  Unterlassene nicht in jener Weise allegorisch-kostümhaft  nachgeholt, sondern mit sicherem Instinkt unmittelbar in seine  Gegenwart hineingeschaffen und die Seele seines Volkes  bloßgelegt, indem er die Seele dieser Gegenwart bloßlegte.  Das Psychische seines Naturalismus war dabei das  Entscheidende: dadurch ward <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/fedor-dostoevskij" target="_blank">Dostojewski</a></span> zum Ersten jener  Künstler, wie heute Munch etwa, in deren Kunst ein Stück  Zukunft transcendental vorweggenommen und Leben und  Ewigkeit psychisch verbunden scheint. Der moderne Zug allein  hätte noch nicht genügt, um <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/fedor-dostoevskij" target="_blank">Dostojewski</a></span> seine überragende  Stellung zu geben und den großen Epikern anzureihen. Modern  waren auch schon die englischen Realisten des 18. und die  französischen Realisten des 19. Jahrhunderts &#8211; Defoe, <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/honore-de-balzac" target="_blank">Balzac</a></span>,  Flaubert, Zola, Maupassant. Aber es war immer noch erst eine  mehr sachliche, unpersönliche, einfach berichtende Modernität.  Einzig <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/johann-wolfgang-goethe" target="_blank">Goethe</a></span> grub den Realismus mehr in das Seelische und  Ewige ein, dadurch, daß er ihm den Grund der Natur und der  aufkommenden Naturwissenschaften legte. Doch erst  <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/fedor-dostoevskij" target="_blank">Dostojewski</a></span> ist noch weiter gegangen und hat alle Naturalist  gezeigt, wie auch das moderne Leben wieder seine Mystik und  Phantasie hat. Realistisch von diesem modernen Leben  erzählen, sogar mit noch vollerer, runderer, körperhafterer  Gestaltungskraft, als sie <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/fedor-dostoevskij" target="_blank">Dostojewski</a></span> besessen, der bei der  Zeichnung selbst der deutlichsten Charaktere stets etwas  Gespensterhaftes behielt &#8211; dabei wuchtig und breit in der  Ausführung: das konnte auch Tolstoi. Aber das moderne Leben  in seiner inneren Dämonie ergreifen, mit seinen neuen  Schönheiten und Häßlichkeiten, seinen neuen Sittlichkeiten und  Unsittlichkeiten, und den Naturalismus, statt ihn etwa gar zur  Kopie zu erniedrigen, in Vision wieder auflösen &#8211; das konnte  erst <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/fedor-dostoevskij" target="_blank">Dostojewski</a></span>.</p>
<p style="text-align: justify;">Die &#8220;Dämonen&#8221; haben von dieser inneren Dämonie ihren  Namen. Sie zeigen, mit welcher Macht und Unheimlichkeit sie  durchschlagen kann in der Staats- und Gesellschaftsauffassung  des Russen. <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/fedor-dostoevskij" target="_blank">Dostojewski</a></span> hat fast in jedem seiner Bücher ein  Sondergebiet russischen Seelenlebens aufgedeckt und hell  gemacht. &#8220;Rodion Raskolnikoff&#8221; war sein moralkritischer und der  &#8220;Idiot&#8221; sein ethisch-mystischer Band. Die Dämonen sind sein  Revolutionsepos. Das politische und soziale Gebiet ist  gewissermaßen das mittlere und vermittelnde, das der  russische Ideologe auf seinem Wege zum religiösen und  theokratischen trifft. Die Sehnsucht des Russen ist: gut zu sein  und Gutes zu tun, schuldlos zu sein und alle Menschen zu  lieben. Die Macht, die ihn daran hindert, ist der Staat.  Andererseits, sieht er ein, könnte gerade ein vervollkommneter  Staat zu diesem Ziele führen. So wird die russischen  Gefühlsreligion und Liebesethik zum &#8211; Kampf um den  Zukunftsstaat. Hinzu kommt zu diesem politischen Utopismus,  der sich steigern kann bis zur politischen Mystik, die tatsächliche  Minderwertigkeit und Unwürdigkeit desjenigen staatlichen  Gefüges, in dem das Slaventum vorläufig politisch repräsentiert  wird &#8211; des russischen Reiches. Nicht nur Schwärmerei, auch  Freiheit und Gerechtigkeit, die unterdrückt und mißhandelt  werden, der Ekel vor einer verkommenen Gesellschaft, die  Unhaltbarkeit eines verrotteten Wirtschaftsleben führen die  russische Jugend zur Politik. Das Fieber, mit dem sie die  Menschen ergreift, hat <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/fedor-dostoevskij" target="_blank">Dostojewski</a></span> in den &#8220;Dämonen&#8221; gestaltet.  Zahllosen Typen heben sich ab: nihilistische Helden,  sozialistische Doktrinäre, Slavophilen, Patrioten; Fanatiker,  Intriganten, Maniaken, Idioten; dazu Reaktionäre, Bureaukraten,  Blaustrümpfe, Dekadenten, russisches Publikum. Das  Staatsleben wird zur Welt. Die Politik wird zum  Menschheitsband. Als <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/fedor-dostoevskij" target="_blank">Dostojewski</a></span> jung war, hat er selbst, wenn  auch mehr passiv, an revolutionären Umtrieben teilgenommen.  Immerhin mußte er dafür lange Jahre in Sibirien als  Zwangsarbeiter zubringen. Später, als er schon längst der große  russische Dichter war, als <a href="http://www.centrostudilaruna.it/religione.html">Religion</a> und Mystik seine Seele  erfüllen und seine politischen Anschauungen reif und fest  geworden waren in einem ganz bestimmten russischen  Nationalismus und slavischen Rassebewußtsein, erinnerten  ihn neue Vorgänge an jene Zeit, da auch sein Leben das  russischste aller russischen Leben, ein politisches Leben,  gewesen. So schrieb er dann die &#8220;Dämonen&#8221;. Sie sind stofflich  sein russischstes Buch.</p>
<p style="text-align: justify;">* * *</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Einführung </em>zu: F. M. <span class='bm_keywordlink'><a href="http://www.libriefilm.com/category/autori/fedor-dostoevskij" target="_blank">Dostojewski</a></span>, <em>Die Dämonen. Sämtliche Werke</em>, Erste Abteilung: Fünfter Band. München und Leipzig: Piper, 1916.</p>
<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://www.centrostudilaruna.it/moellerdostojewski.html' addthis:title='Bemerkungen über Dostojewski ' ><a href="http://www.centrostudilaruna.it//addthis.com/bookmark.php?v=250&amp;username=xa-4d2b47597ad291fb" class="addthis_button_compact">Share</a><span class="addthis_separator">|</span><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a><a class="addthis_button_preferred_3"></a><a class="addthis_button_preferred_4"></a></div>]]></content:encoded>
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